Wie trauern Kinder bis 6 Jahre?
Für das Kind im Vorschulalter bedeutet Tot-sein so viel wie Fort-sein. Es fehlt ihm die Zeitvorstellung und es kann nicht glauben, dass der Tod von ewiger Dauer ist. Da das Kind den Tod nicht begreifen kann, hat es auch keine Angst davor und kann wirklich lebensgefährliches Verhalten noch nicht richtig einschätzen. Es geht davon aus, dass nur andere, vor allem alte oder allenfalls böse Menschen sterben könnten, vielleicht mal noch ein Haustier.
Wie trauern Kinder 6-9 Jahre?
Das Kind beginnt, ein sachliches und nüchternes Interesse am Tod zu entwickeln. Es stellt Erwachsenen viele Fragen dazu und lernt die Bedeutung des Todes besser zu verstehen. Vieles bleibt rätselhaft und unerklärlich, was auch Ängste auslösen kann, wenn das Kind keine befriedigende Antwort erhält, was nach dem Tod folgt. Das Kind beginnt zu verstehen, dass der Tod auch es selbst betreffen kann. Die Angst davor ist jedoch geringer, als zum Beispiel durch den Tod der Eltern von diesen verlassen zu werden.
Wie trauern Kinder 9-12 Jahre?
Das Kind beginnt sich für biologische Aspekte des Sterbens zu interessieren. Es ist wichtig, seinen Wissensdurst ernst zu nehmen, indem die Fragen so sachlich wie möglich beantwortet werden. Es fasziniert auch das Unheimliche am Tod. Das Kind lernt, den Tod als unausweichlich zu akzeptieren und weiss, dass der Tod es selbst jederzeit auch treffen kann.
Wie trauern Jugendliche 12-15 Jahre?
Jugendliche unterscheiden sich in ihrer emotionalen Einstellung zum Tod kaum mehr von Erwachsenen. Der Umgang mit den eigenen Gefühlen fällt aber noch schwer. Hinter einer Maske von Sarkasmus und Abgeklärtheit verbirgt sich oft ihre Verletzlichkeit und Verunsicherung.
Wie trauern Jugendliche ab 15 und junge Erwachsene?
Sich Gedanken nach dem Warum und Weshalb zu machen, steht für ältere Jugendliche und junge Erwachsene im Vordergrund. Die Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens – auch dem eigenen – wird ihnen in diesem Moment besonders bewusst. Damit entsteht bei vielen das Bedürfnis, im Zusammenhang mit dem endgültigen Abschied, ihre Gedanken und Sinnfragen zu Leben und Tod auszutauschen.
Die Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens – auch dem eigenen – wird ihnen in diesem Moment besonders bewusst.