Drohungen gegenüber Lehrpersonen

Das Themenheft bietet einen Überblick über mögliche Gefahren und Risiken für Lehrpersonen in ihrem Berufsalltag. Neben rechtlichen Hinweisen werden mögliche Handlungsmöglichkeiten bei einer Strafverfolgung dargelegt.

Heft als PDF öffnen

KrisenKompass – ein Handbuch für Schulen

Quelle: Edyoucare

«Schüler nach Drohungen gegen Lehrer festgenommen» – immer wieder erscheinen solche Schlagzeilen in den Medien, auch in der Schweiz. Was macht man im Falle einer solchen Drohung gegen die Lehrperson oder die Schule? Was macht man im Falle einer solchen Drohung gegen die Lehrperson oder die Schule? Der «KrisenKompass» – herausgegeben vom Schulverlag plus und vom Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH – leistet beim Umgang mit solchen Drohungen eine Hilfestellung. Das Handbuch hilft den Schulleitungen oder Lehrpersonen den Umgang mit Krisen vorzubereiten und so im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Die Publikation enthält neben Fachwissen und Checklisten auch Hinweise, wie Schulen bei der Erstellung oder Weiterentwicklung von Notfallkonzepten vorgehen können.

Durchblick bei Strafverfolgung

Kennen Sie die Abläufe und Zuständigkeiten bei einer Strafverfolgung?

Die nachfolgende Abbildung stellt die Abläufe und Zuständigkeiten bei einer Strafverfolgung kurz und übersichtlich dar.

Drohungen - Empfehlungen der Polizei

Lehrpersonen, aber auch Mitarbeitende von Behörden, Versicherungen, führen in ihrer Funktion hin und wieder schwierige Gespräche und treffen für ihre Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihre Kunden einschneidende Entscheidungen oder Verfügungen. Eine gesunde Gesprächskultur lässt hart wirkende Argumente zu, ohne dass dabei die sachliche Ebene verlassen wird. Gerade wenn wichtige und entscheidende Absprachen getroffen werden, darf es auf keiner Seite Verlierer geben.
Was aber, wenn dem Gesprächspartner/der Gesprächspartnerin die geeigneten Worte fehlen und er/sie sich in eine Verliererposition versinken sieht? Schnell sind Drohungen ausgesprochen. Ob ernst gemeint oder unbedarft geäussert bleibt oft ungeklärt.
Nachfolgende Tipps der Polizei können Unterstützung bieten, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist.

mehr

Tipps der Polizei

  • Die Polizei kann schwierige Gespräche im Hintergrund begleiten. Meist rein präventiv. Informieren Sie frühzeitig die örtliche Polizei, damit das Risiko durch die Polizei eingeschätzt und ein allfälliger Einsatz geplant werden kann. Die Einsätze sind kostenlos.
  • Gewalt und Drohungen müssen nicht erduldet werden. Kommunizieren Sie frühzeitig, dass Sie einen Gesprächsverlauf nicht gut finden und brechen sie notfalls das Gespräch ab.
  • Drohungen, die eine Hemmschwelle überschreiten, sollen bei der Polizei angezeigt werden. Werden sie gegen Mitglieder von Behörden ausgesprochen, handelt es sich um ein Offizial-Delikt. Sie werden bei Kenntnisnahme von Amtes wegen verfolgt. Wenn Sie von der Polizei einen Rat haben möchten, müssen Sie die Situation anonymisiert vorbringen.
  • Nach Anzeigen wegen Drohung wird das Risiko durch die Polizei beurteilt. Häufig zieht die Polizei dazu Fachpersonen bei. Die Täterschaft wird zeitverzugslos in einer sogenannten 'Gefährderansprache' kontaktiert und mit den Tatsachen konfrontiert. Ziel der Polizei ist es, das Risiko einzuschätzen und Sicherheit herzustellen. Das Risiko, dass  Tatvorbereitungen unentdeckt bleiben wird gemindert. 
  • Wurde eine Drohung ohne zu überlegen ausgesprochen, wird die Person in Pflicht genommen und zum Beispiel eine Abmachung getroffen. Beschuldigte, die ernst zu nehmende Drohungen ausgestossen haben, müssen mit Zwangsmassnahmen der Staats- oder Jugendanwaltschaft rechnen.
  • Ziehen Sie bei ernsthaften Drohungen via Notruf 117 sofort die Polizei bei.