Schulweg – Erlebnisreich und sicher

Das Themenheft bietet einen Überblick über das Thema Schulweg und ermöglicht den verantwortlichen Akteuren in den Schulen, Massnahmen zu planen und umzusetzen, damit Kinder den Schulweg selbständig und sicher zurücklegen können.

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Verkehrsinstruktion an Schulen

Quelle: KAPO St.Gallen, 2016

Die Kantonspolizei St.Gallen bietet den Schulen eine bedarfsgerechte Verkehrsinstruktion an. Damit die Kinder lernen, ihre Verantwortung im Strassenverkehr wahrzunehmen, vermitteln die speziell ausgebildeten Polizistinnen und Polizisten die Verkehrsregeln und wecken den Verkehrssinn bei den Schülerinnen und Schülern.
Weitere Informationen zur Verkehrsinstruktion des Kantons St.Gallen finden Sie hier.

E-Bike - aber sicher!

Fahrzeuge mit Elektroantrieb wie E-Bikes sind in unserer hügeligen Schweiz zunehmend beliebter. Mit ihnen werden der Arbeits- oder Schulweg bewältigt oder Freizeitaktivitäten erlebt. Die sogenannten E-Bikes werden zunehmend auch von Jugendlichen genutzt. Mit der Verbreitung dieser Fahrzeuge mit Elektroantrieb stellen die Polizei und Versicherungen eine Zunahme von Unfällen fest. Dabei werden frühzeitige Abklärungen zur Haftpflichtversicherung den Nutzern dringend empfohlen, da eine solche für Leichtmotor-Fahrzeuge nicht obligatorisch vorgeschrieben wird.

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Verschiedene Gesetze und Vorschriften regulieren die Zulassungsbedingungen. Die Rechtslage ist komplex. Im Strassenverkehr gelten Pflichten für Halter und Lenker. Sind Eltern Halter eines E-Bikes und stellen diese Kindern oder Jugendlichen zur Verfügung, werden sie unter Umständen bei einem Ereignis in die Pflicht genommen. Gerade beim Schulweg, falls dieser mit einem E-Bike zurückgelegt wird, spielt dies eine Rolle, da der Schulweg grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern liegt. Eltern wissen oft nicht, dass die Benützung eines E-Bikes erst ab 16 Jahren ohne Führerausweis legal ist. Alle Personen zwischen 14 bis 16 Jahren benötigen einen Führerausweis der Kat. M. Aber nicht nur für Eltern, sondern auch für Lehrpersonen im Schulalltag ist es wichtig zu wissen, dass eine gesetzliche Bestimmung die Benützung von E-Bikes regelt. So kann eine Lehrperson bei einem Fahrradausflug die Benützung des E-Bikes kontrollieren. Mit diesen Informationen stellen «sicher!gsund!» und die Kantonspolizei St.Gallen den Schulen, Lehrpersonen und Erziehenden wichtige Informationen zur Verfügung, die eine korrekte Nutzung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb im Schul- und Privatbereich ermöglichen.
Die Tabelle zeigt die gesetzlichen Bestimmungen von vier Elektrofahrzeugen im Quervergleich. Weitere Informationen finden Sie auch auf dem Merkblatt zu Trendfahrzeugen der Stadtpolizei Zürich.

Die Kinder sind häufig auf dem Weg zur Schule oder zu anderen Örtlichkeiten zu Fuss, auf dem Fahrrad oder mit anderen Hilfsmitteln (fahrradähnliche Geräte, kurz fäG) unterwegs und daher überall im Strassenverkehr anzutreffen. Dabei ist es unumgänglich, dass sich auch die Kinder neben anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern an die Verkehrsregeln halten. So können sie wesentlich dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.

Das Merkblatt zur Funktionstüchtigkeit des Fahrrades umfasst eine Kopiervorlage (Word oder PDF), welche einen schnellen Überblick über ein funktionstüchtiges Velo bietet und die Schulen und andere Interessenten bei der technischen Fahrradkontrolle unterstützt.

Projekte, Programme und Praxisbeispiele zu Schulweg und Verkehrserziehung

Verkehrserziehung und Schulweg sind Themen zahlreicher Kampagnen, Publikationen, Broschüren, Spiele und Unterrichtsmaterialien für unterschiedliche Zielgruppen (Fachleute, Eltern, Kinder, Lehrpersonen, etc.). In Dokument werden bewährte Programme und Projekte, Kampagnen und Praxisbeispiele des Kantons St.Gallen, welche die Themen Verkehrserziehung und Schulweg thematisieren, beschrieben. 

Einflussfaktoren auf die Schulwegsicherheit

Quelle: Pascal Regli, 2014

Merkblatt «Sichere Schulwege»

Das Merkblatt «Sichere Schulwege» (2017/04) befasst sich mit der Planung von sicheren Schulwegen von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. Schulwegplanungen verfolgen das Ziel, zumutbare Schulwege für Kinder im Schulalter auszuarbeiten, welche von den Kindern zu Fuss und möglichst ohne Begleitung eines Erwachsenen zurückgelegt werden können (SVI, 2017).

Da das von der Schweizerischen Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten (SVI) publizierte Merkblatt (2017/04) die Thematik aus gesamtschweizerischen Sicht beleuchtet, ist es nicht auf den kantonalen Kontext zugeschnitten und verweist demnach auch nicht auf die Rechtsgrundlagen des Kantons St.Gallen.

Unfälle im Setting Schule – eine Übersicht

Quelle: Fussverkehr Schweiz, 2016

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (Quelle: bfu, 2016) zeigt auf, dass knapp die Hälfte aller Unfälle mit Kindern im Strassenverkehr auf dem Schulweg erfolgt. Oft sind unübersichtliche Stellen, unaufmerksame Autofahrerinnen und Autofahrer, das erhöhte Verkehrsaufkommen und auch abgelenkte, unaufmerksame Schulkinder der Grund für solche Unfälle. Für Schülerinnen und Schüler besteht beim Schulweg bis im Alter von 10 Jahren ein erhöhtes Risiko, als Fussgänger schwer zu verunfallen. Im Alter von 12 bis 13 Jahren ist das Risiko mit dem Velo schwer zu verunfallen am höchsten. Bei den 14- bis 15-Jährigen sind schwere Unfälle mit dem Mofa am häufigsten.
Dennoch gibt es auch zahlreiche Unfälle im Setting Schule, welche nicht auf dem Schulweg passieren: 2/3 aller Schulunfälle ereignen sich jährlich mit 31'300 verletzten Kindern und Jugendlichen im Schulsport. Die Unfallschwerpunkte liegen beim Turnen/Leichtathletik, Ballspiel, Schwimmen und Baden und beim Skifahren. Tödliche Unfälle sind glücklicherweise selten. Nebst dem Sport sind auch Stürze (z.B. Treppe) eine häufige Unfallursache in der Unfallursache.
Die Notwendigkeit von Massnahmen zur Sicherheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen ist deshalb gross.

play4safety – eine Plattform für Jugendliche und Schulen zur Verkehrssicherheit für die Sekundarstufe I und II

Die Informationsplattform für Schülerinnen und Schüler und Lehrperson, welche durch den TCS lanciert wurde, umfasst Unterrichts- und Anschauungsmaterial zur Prävention von Verkehrsunfällen. Diese Info- und Unterrichtsseite bietet praktische Tipps und Hinweise zu Fragen rund um den Strassenverkehr und informiert über Unfallrisiken und Unfallfolgen sowie über Verkehrssicherheit und das korrekte Verhalten als Verkehrsteilnehmende. Das ergänzende und kostenlose Angebot von Unterrichtsvorschlägen, Anschauungsmaterialien, weiterführenden Links und einem eigenen Videoportal richtet sich darüber hinaus auch direkt an Schulen und Lehrpersonen der Sekundarstufen I und II.

Im Lehrplan Volksschule des Kantons St.Gallen werden Themen wie "Verkehrssicherheit" und die "Verkehrsbildung" unter anderem im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) stufengerecht bearbeitet. Die Materialien sind kompatibel mit dem Lehrplan. Das Informations-, Unterrichts- und Anschauungsmaterial wurde unter der Federführung des TCS von einem internationalen Gremium von ausgewiesenen Verkehrs- und Sicherheitsexperten ausgearbeitet. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) (Touring Club Schweiz, TCS).

Goldene Regeln für Eltern

Mit dem Schulbeginn erleben die Kinder auch den Schulweg. Die Teilnahme am Strassenverkehr öffnet den Schülerinnen und Schülern nicht nur neue Chancen und Möglichkeiten, sondern sie birgt auch Risiken und Gefahren. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Kinder schnell und sicher die Kompetenz entwickeln, wie sie sich im Strassenverkehr richtig verhalten können. Aber nicht nur das Verhalten der Kinder, sondern auch dasjenige der Eltern ist entscheidend, dass die Kinder lernen, sich im Verkehr sicher fortzubewegen.

Aus diesem Grund hat der TCS ein Merkblatt mit 10 goldenen Regeln für Eltern entwickelt. Diese Regeln unterstützen die Eltern in der Verkehrserziehung ihrer Kinder und tragen dazu bei, dass sich die Kinder im Strassenverkehr mit allen seinen Risiken sicher vorwärtsbewegen können.