Schulweg – Erlebnisreich und sicher

Das Themenheft bietet einen Überblick über das Thema Schulweg und ermöglicht den verantwortlichen Akteuren in den Schulen, Massnahmen zu planen und umzusetzen, damit Kinder den Schulweg selbständig und sicher zurücklegen können.

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Handy in die Tasche

Abgelenkt zu Fuss unterwegs

Die Stiftung «RoadCross Schweiz» (Verkehrssicherheit kann man lernen | RoadCross Schweiz) wirbt mit Kinofilmen für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Dabei geht «RoadCross Schweiz» auf die Problematik von zu Fussgehenden ein, die durch ein Smartphone am Ohr abgelenkt sind. «RoadCross Schweiz» weiss, dass die Ablenkung durch elektronische Geräte im Strassenverkehr zu Verkehrsunfällen führt.

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Drei Gründe, warum die Handynutzung im Verkehr so gefährlich ist

  • Schaust Du beim Autofahren mit Tempo 50 nur zwei Sekunden aufs Handy, fährst Du 28 Meter komplett blind.
  • Beim Velofahren erreichst du schnell Tempo 35. Die Aufprallwucht bei einer solchen Geschwindigkeit entspricht einem Sturz ab dem 5 Meterturm in der Badi auf Beton.
  • Auch als Fussgängerin oder Fussgänger muss deine Versicherung je nach Unfallhergang gegen dich ein Regressverfahren einleiten. Dabei können Versicherungsleistungen eingestellt werden und du musst bis zu 80 Prozent des Schadens selbst tragen.

SRF-mySchool - Erklärvideos und Unterrichtseinheiten

Auf der Webseite von «SRF mySchool» finden Lehrpersonen in der Rubrik «Themen» viele Filme mit massgeschneidertem Unterrichtsmaterial in Form von Zusammenfassungen, Unterrichtseinheiten und Arbeitsvorschlägen - vertiefend, stufengerecht und kostenlos.

Es sind unter anderem Themen die «sicher!gsund!» in Themenheften aufgenommen. Zum Themenheft «Schulweg - Erlebnisreich und sicher» finden sich interessante Filme, zum Beispiel die Sendereihe «Traffic - Verhalten im Verkehr», die verschiedene Unterlagen umfasst. Die aufwändig aufbereiteten Filme motivieren die Zuschauerinnen und Zuschauer und schafft eine wertvolle Ausgangslange für interessante, abwechslungsreiche Unterrichtsstunden. Damit die Filme laufen, ist keine zusätzliche Software notwendig. Auf der Webseite gibt es verschiedene Hilfestellungen, FAQ und eine Suchfunktion.

Projekte, Programme und Praxisbeispiele

Einleitung

Verkehrserziehung und Schulweg sind Themen zahlreicher Kampagnen, Publikationen, Broschüren, Spiele und Unterrichtsmaterialien für unterschiedliche Zielgruppen (Fachleute, Eltern, Kinder, Lehrpersonen, etc.). In Dokument werden bewährte Programme und Projekte, Kampagnen und Praxisbeispiele des Kantons St.Gallen, welche die Themen Verkehrserziehung und Schulweg thematisieren, beschrieben.

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Im Lehrplan Volksschule des Kantons St.Gallen werden Themen wie "Verkehrssicherheit" und die "Verkehrsbildung" unter anderem im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) stufengerecht bearbeitet. Die Materialien sind kompatibel mit dem Lehrplan. Das Informations-, Unterrichts- und Anschauungsmaterial wurde unter der Federführung des TCS von einem internationalen Gremium von ausgewiesenen Verkehrs- und Sicherheitsexperten ausgearbeitet. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) (Touring Club Schweiz, TCS).

Verkehrsinstruktion an Schulen

Die Kantonspolizei St.Gallen bietet den Schulen eine bedarfsgerechte Verkehrsinstruktion an. Damit die Kinder lernen, ihre Verantwortung im Strassenverkehr wahrzunehmen, vermitteln die speziell ausgebildeten Polizistinnen und Polizisten die Verkehrsregeln und wecken den Verkehrssinn bei den Schülerinnen und Schülern.
Weitere Informationen zur Verkehrsinstruktion des Kantons St.Gallen finden Sie hier unter den Titeln Prävention / Ausbildung und Verkehrsinstruktion.
Auch das Kreisscheiben «Prävention in der Volksschule» hält fest, dass  die Lehrpersonen auf allen Stufen mit den Verkehrsinstruktorinnen und -instruktoren der Polizei zusammenarbeiten.

Einflussfaktoren auf die Schulwegsicherheit

Quelle: Pascal Regli, 2014

Mobilität von Kindern und Jugendlichen

Die Mobilitätsmuster von Kindern und Jugendlichen sind ein wichtiger Indikator für die Lebensqualität und die Entwicklung des Verkehrsverhaltens in der Zukunft. Diese Mobilitätsmuster haben sich in den letzten 20 Jahren teilweise markant verändert. Der vorliegende Bericht beschreibt die Entwicklungen, Zusammenhänge und - soweit möglich - die Hintergründe dafür.

  • Bericht über die Entwicklung von 1994 bis 2015, PDF, 227 Seiten
  • Autor: Daniel Sauter, Urban Mobility Research, 2019
  • Herausgeber/Copyright: Bundesamt für Strassen, ASTRA / Bundesamt für Gesundheit, BAG / Bundesamt für Sport, BASPO
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Die Analyse basiert auf den Mikrozensusdaten "Mobilität und Verkehr" (MZMV) von 1994, 2000, 2005, 2010 und 2015 des Bundesamtes für Statistik und des Bundesamtes für Raumentwicklung. Einbezogen werden sowohl die Mobilitätsvoraussetzungen, z.B. die Verfügbarkeit über Velos oder Abonnemente des öffentlichen Verkehrs und die Verfügbarkeit der Haushalte über Autos, wie auch die Weglängen und die Verkehrsmittelnutzung - dargestellt nach allen Zwecken, Schul- und Freizeitwegen, Alter, Geschlecht, Landesteil und weiteren Kriterien. Bei Kindern von 6 bis 12 Jahren hat sich über die Zeit relativ wenig verändert. Der Anteil der Elterntaxis auf Schulwegen ist nicht so hoch wie allgemein vermutet und nur vereinzelt im zweistelligen Bereich. Bei den 13- bis 15-Jährigen hat der Veloanteil in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen, scheint nun aber die Talsohle erreicht zu haben. Insbesondere die Mobilitätsmuster der Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren haben sich markant verändert: sie machen heute viel mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuss. Damit werden Wege mit dem Velo und zum Teil dem motorisierten Individualverkehr ersetzt. Sprachregional gibt es zudem grosse Unterschiede bei der Verkehrsmittelwahl. In der Romandie ist der Veloanteil z.B. bedeutend kleiner als in der Deutschschweiz. Entscheidenden Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl haben zudem das Vorhandensein und die Qualität der Veloabstellplätze, die Verfügbarkeit über ein öV-Abonnement sowie die Anzahl Autos im Haushalt. Die geschilderten Entwicklungen finden vor dem Hintergrund von strukturellen und gesellschaftlichen Veränderungen statt, u.a. der Zunahme der Distanzen zu Ausbildungsorten sowie dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs, welcher ergänzt wird durch eine positive Einstellung der Kinder und Jugendlichen zu diesem Verkehrsmittel. Dies verändert nicht nur die Verkehrsmittelwahl auf Ausbildungswegen, sondern auch jene in der Freizeit. (Quelle: Abstracts)

Merkblatt «Sichere Schulwege»

Das Merkblatt «Sichere Schulwege» (2017/04) befasst sich mit der Planung von sicheren Schulwegen von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. Schulwegplanungen verfolgen das Ziel, zumutbare Schulwege für Kinder im Schulalter auszuarbeiten, welche von den Kindern zu Fuss und möglichst ohne Begleitung eines Erwachsenen zurückgelegt werden können (SVI, 2017).

Da das von der Schweizerischen Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten (SVI) publizierte Merkblatt (2017/04) die Thematik aus gesamtschweizerischen Sicht beleuchtet, ist es nicht auf den kantonalen Kontext zugeschnitten und verweist demnach auch nicht auf die Rechtsgrundlagen des Kantons St.Gallen.

Schulweg - Kinder zu Fuss

Mit dem Schulbeginn erleben die Kinder auch den Schulweg. Die Teilnahme am Strassenverkehr öffnet den Schülerinnen und Schülern nicht nur neue Chancen und Möglichkeiten, sondern sie birgt auch Risiken und Gefahren. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Kinder schnell und sicher die Kompetenz entwickeln, wie sie sich im Strassenverkehr richtig verhalten können. Aber nicht nur das Verhalten der Kinder, sondern auch dasjenige der Eltern ist entscheidend, dass die Kinder lernen, sich im Verkehr sicher fortzubewegen.

play4safety – Plattform zur Verkehrssicherheit

Die Informationsplattform für Schülerinnen und Schüler und Lehrperson, welche durch den TCS lanciert wurde, umfasst Unterrichts- und Anschauungsmaterial zur Prävention von Verkehrsunfällen. Diese Info- und Unterrichtsseite bietet praktische Tipps und Hinweise zu Fragen rund um den Strassenverkehr und informiert über Unfallrisiken und Unfallfolgen sowie über Verkehrssicherheit und das korrekte Verhalten als Verkehrsteilnehmende. Das ergänzende und kostenlose Angebot von Unterrichtsvorschlägen, Anschauungsmaterialien, weiterführenden Links und einem eigenen Videoportal richtet sich darüber hinaus auch direkt an Schulen und Lehrpersonen der Sekundarstufen I und II.

Unfälle im Setting Schule – eine Übersicht

Quelle: Fussverkehr Schweiz, 2016

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (Quelle: bfu, 2016) zeigt auf, dass knapp die Hälfte aller Unfälle mit Kindern im Strassenverkehr auf dem Schulweg erfolgt. Oft sind unübersichtliche Stellen, unaufmerksame Autofahrerinnen und Autofahrer, das erhöhte Verkehrsaufkommen und auch abgelenkte, unaufmerksame Schulkinder der Grund für solche Unfälle.

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Für Schülerinnen und Schüler besteht beim Schulweg bis im Alter von 10 Jahren ein erhöhtes Risiko, als Fussgänger schwer zu verunfallen. Im Alter von 12 bis 13 Jahren ist das Risiko mit dem Velo schwer zu verunfallen am höchsten. Bei den 14- bis 15-Jährigen sind schwere Unfälle mit dem Mofa am häufigsten. Dennoch gibt es auch zahlreiche Unfälle im Setting Schule, welche nicht auf dem Schulweg passieren: 2/3 aller Schulunfälle ereignen sich jährlich mit 31'300 verletzten Kindern und Jugendlichen im Schulsport. Die Unfallschwerpunkte liegen beim Turnen/Leichtathletik, Ballspiel, Schwimmen und Baden und beim Skifahren. Tödliche Unfälle sind glücklicherweise selten. Nebst dem Sport sind auch Stürze (z.B. Treppe) eine häufige Unfallursache in der Unfallursache.

Massnahmen gegen Unfälle im Setting Schule - eine Übersicht der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). 

Neue Verkehrsregeln ab 1.1.2021

Seit Anfang 2021 dürfen Kinder bis 12 Jahren mit ihren Fahrrädern auf Fusswegen und Trottoirs fahren. Zudem dürfen alle Radfahrer, bei vorhandenem Signal "Rechtsabbiegen für Radfahrer gestattet [Signal 5.18], an einem Lichtsignal bei "rot" abbiegen. Auf Fussgänger muss Rücksicht genommen und die Vortrittsregelungen beachtet werden. (Bildquelle: Amt für Mobilität BS). 

Detaillierte Informationen und Videoclips finden Sie unten.

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Rad fahren auf dem Trottoir (VRV Art. 41 Abs. 4) lautet:

Sind weder Radweg noch Radstreifen vorhanden, so dürfen Kinder bis 12 Jahre auf Fusswegen und Trottoirs Rad fahren. Sie müssen ihre Geschwindigkeit und Fahrweise den Umständen anpassen. Insbesondere müssen sie auf die Fussgänger Rücksicht nehmen und diesen den Vortritt gewähren. Die Empfehlung der Polizei und anderen Institutionen ist, auf Trottoirs nur mit Schrittgeschwindigkeit sowie äusserst rücksichtsvoll zu fahren und einen Helm zu tragen.

Quelle: www.astra.admin.ch, keine Altersbeschränkung, Youtube, Dauer: 01:01.

 

Rechtsabbiegen bei Rot (SSV Art. 9a)

Ist neben dem roten Licht das Signal "Rechtsabbiegen für Radfahrer gestattet" (Signal 5.18 - siehe Foto) montiert, so dürfen Radfahrer und Motorradfahrer bei Rot nach rechts abbiegen. In der Folge haben sie beim Einmünden in die Querstrasse aber "Kein Vortritt" (Art. 36 Abs. 2).

Quelle: www.astra.admin.ch, keine Altersbeschränkung, Youtube, Dauer: 00:35.

Mit strassenverkehrstauglichen Fahrrädern sicher unterwegs

Die Kinder sind häufig auf dem Weg zur Schule oder zu anderen Örtlichkeiten zu Fuss, auf dem Fahrrad oder mit anderen Hilfsmitteln (fahrradähnliche Geräte, kurz fäG) unterwegs und daher überall im Strassenverkehr anzutreffen. Dabei ist es unumgänglich, dass sich auch die Kinder neben anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern an die Verkehrsregeln halten. So können sie wesentlich dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.

Das Merkblatt zur Funktionstüchtigkeit des Fahrrades umfasst eine Kopiervorlage (Word oder PDF), welche einen schnellen Überblick über ein funktionstüchtiges Velo bietet und die Schulen und andere Interessenten bei der technischen Fahrradkontrolle unterstützt.

Trendfahrzeuge - mit oder ohne elektrischen Antrieb

Fahrzeuge mit Elektroantrieb wie E-Bikes sind in unserer hügeligen Schweiz zunehmend beliebter. Mit ihnen werden der Arbeits- oder Schulweg bewältigt oder Freizeitaktivitäten erlebt. Die sogenannten E-Bikes werden zunehmend auch von Jugendlichen genutzt. Mit der Verbreitung dieser Fahrzeuge mit Elektroantrieb stellen die Polizei und Versicherungen eine Zunahme von Unfällen fest. Dabei werden frühzeitige Abklärungen zur Haftpflichtversicherung den Nutzern dringend empfohlen, da eine solche für Leichtmotor-Fahrzeuge nicht obligatorisch vorgeschrieben wird.

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Verschiedene Gesetze und Vorschriften regulieren die Zulassungsbedingungen. Die Rechtslage ist komplex. Im Strassenverkehr gelten Pflichten für Halter und Lenker. Sind Eltern Halter eines E-Bikes und stellen diese Kindern oder Jugendlichen zur Verfügung, werden sie unter Umständen bei einem Ereignis in die Pflicht genommen. Gerade beim Schulweg, falls dieser mit einem E-Bike zurückgelegt wird, spielt dies eine Rolle, da der Schulweg grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern liegt. Eltern wissen oft nicht, dass die Benützung eines E-Bikes erst ab 16 Jahren ohne Führerausweis legal ist. Alle Personen zwischen 14 bis 16 Jahren benötigen einen Führerausweis der Kat. M. Aber nicht nur für Eltern, sondern auch für Lehrpersonen im Schulalltag ist es wichtig zu wissen, dass eine gesetzliche Bestimmung die Benützung von E-Bikes regelt. So kann eine Lehrperson bei einem Fahrradausflug die Benützung des E-Bikes kontrollieren. Mit diesen Informationen stellen "sicher!gsund!" und die Kantonspolizei St.Gallen den Schulen, Lehrpersonen und Erziehenden wichtige Informationen zur Verfügung, die eine korrekte Nutzung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb im Schul- und Privatbereich ermöglichen.