Sexualpädagogik

Das Themenheft bietet Informationen und Anregungen zur praktischen Umsetzung stufengerechter Sexualpädagogik in der Schule. Weiter werden Vorschläge zum Umgang mit schwangeren Schülerinnen oder zur Zusammenarbeit mit Eltern dargelegt.

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Themendossier «Gender – Gleichstellung»

Das Themendossier «Gender – Gleichstellung» von éducation21 enthält viele Informationen und Unterlagen, um mit Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen, von Zyklus 1 bis zur Sekundarstufe II, an diesem Thema zu arbeiten. Das Themendossier wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachstellen für die Gleichstellung in der Schweiz realisiert. Als Einstieg in die Thematik oder als Diskussionsgrundlage eignet sich das gleichnamige Online-Fragespiele von éducaction21.

Dossier

«Wie viel verdienen Frauen in der Schweiz im Durchschnitt weniger als Männer?» «Wie viele Volksabstimmungen benötigte es, bis die Frauen in der Schweiz das Wahlrecht erhielten?» Wissen Sie es? Die Antworten zu diesen und vier weiteren Fragen eignen sich als Einstieg oder für einen Zwischenhalt bei der Bearbeitung von Themen aus «Gender und Gleichstellung» in der Volksschule und der Sekundarstufe II.

Fragespiel

Berufseinstieg – Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Sexualisierte Übergriffe finden an vielen Arbeitsplätzen statt – in allen Branchen, in allen beruflichen Positionen. Besonders oft sind Frauen das Ziel von Anzüglichkeiten und Übergriffen. Sexuelle Belästigung gibt es in allen Branchen. Nur wer bei Übergriffen und Anzüglichkeiten seine Rechte kennt, kann aus der Opferrolle heraustreten und selbstbewusst agieren. Die Schule ist ein Ort, an dem die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger frühzeitig für das Thema und besonders für ihre Rechte sensibilisiert werden können.

Schulungsmaterial auf dem Schulportal der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung 

Strafbarkeit von Internetinhalten: Bereich Pornografie und Gewaltdarstellungen

Das Internet ist eine Plattform für verschiedenste Darstellungen von Sexualität und Gewalt, die verboten sind und strafrechtlich verfolgt werden. Kinder und Jugendliche haben leichten Zugang zu solchen Darstellungen oder können zur Herstellung kinderpornografischer Erzeugnisse missbraucht werden. Anhand von Fallsituationen wird dargestellt, was für Auswirkungen und strafrechtliche Folgen sich für Kinder und Jugendliche aus der Herstellung, Verbreitung und dem Konsum ergeben. Sie sind auch im Kapitel 6 (ab Seite 18) des Themenheftes «sicher?!online:-)» zu finden.

Themenheft «sicher?!online:-)»
Kapitel 6 Themenheft «sicher?!online:-)» 


«Jugend, Sex und Internet – Wenn Teenager Pornos gucken»

Die Dokumentation von SRF «Jugend, Sex und Internet – Wenn Teenager Pornos gucken» untersucht das Onlineverhalten von Kindern und Jugendlichen und die Wirkung von Pornografie auf die sexuelle Entwicklung. Internationale Studien zeigen: Der Erstkontakt mit Pornografie findet früh statt, zwischen 12 und 13 Jahren. Für viele unfreiwillig, auch durch Bilder in Social Media Kanälen wie Klassenchats und andere.Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche über Pornografie aufzuklären.
Das Gespräch darüber fällt Erwachsenen oft schwer. Die Materialien des Unterrichtsmoduls Pornografie von Freelance erleichtern dies Lehrpersonen der Sekundarstufe I und II.

SRF DOK «Jugend, Sex und Internet – Wenn Teenager Pornos gucken»
freelance Unterrichtsmodul Pornografie

Fach- und Beratungsstellen

In der Übersicht finden sich die Fach- und Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit im Kanton St.Gallen mit ihren vielfältigen Angeboten (inkl. Kontaktdaten), die Schulen nutzen können. Ergänzend werden weitere Fach- und Beratungsstellen zu verschiedenen Themenbereichen rund um Sexualität mit ihren Angeboten (inkl. Kontaktdaten) aufgelistet. In schwierigen Lebenssituationen bieten die aufgeführten Notfallnummern erste Hilfe und Unterstützung.  

Fach- und Beratungsstellen für sexuelle Gesundheit

Sexualität und Pornografie im Netz

Die Neugier für Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu. Heranwachsende klären sich nicht nur mit Hilfe des Internets auf, sie suchen auch neue Bekanntschaften in sozialen Medien und tauschen erotische Mitteilungen aus. Dadurch wird die natürliche Neugier aber auch zum Risiko. Jugend und Medien,- das Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen, liefert zur Thematik Grundlagenwissen für Kinder und Jugendliche und deren Eltern.

Grundlagenwissen Sexualität und Pornografie im Netz

Leitfaden «Trans Schüler_innen»

«Trans» ist der Oberbegriff für alle Menschen, deren Geschlechtsidentität (auch teilweise) nicht dem ihnen zugewiesenen Geschlecht entspricht. Er umfasst somit trans Frauen, trans Männer, Crossdresser sowie auch Menschen, für die das Zweigeschlechtermodell von weiblich und männlich nicht passt (nicht binäre Menschen).
Der Leitfaden von Transgender Network Switzerland bietet Lehrpersonen und anderen schulischen Fachleuten Hilfestellungen zum besseren Verständnis von trans Kindern und Jugendlichen. Dazu kommen Hinweise, wie sich ein geschütztes und geschlechtersensibles Schulumfeld gestalten lässt.

Leitfaden «Trans Schüler_innen»

Unterrichtsmaterial, Projekt und Programme

Viele Schulen haben eigene Sammlungen mit Unterrichtsmaterialien für den Sexualkundeunterricht. Auch die Regionalen Didaktischen Zentren (RDZ) des Kantons St.Gallen haben vielfältige Materialien für den Unterricht, die Lehrpersonen über den Medienverbund der Pädagogischen Hochschule St.Gallen ausleihen können. In Ergänzung dazu sind in dieser Zusammenstellung weitere Materialien (inkl. DVDs), Projekte und Programme aufgelistet. Sie sind nach Zyklen gegliedert. Internetadressen für Information und Beratung ergänzen die Zusammenstellung.

Unterrichtsmaterialien für den Sexualkundeunterricht

Sexuelles Verhalten von Schülerinnen und Schülern

Welche Schule hat das nicht schon erlebt: Ein Vorfall im Bereich Sexualität wächst innert kurzer Zeit zu einer grösseren Krise heran. Die beteiligten Kinder oder Jugendlichen schildern die Vorfälle widersprüchlich. Die Schule hat Schwierigkeiten, die Grössenordnung der Ereignisse nach fachlichen Kriterien einzuordnen. Eltern schalten sich ein und vertreten die Sicht ihres Kindes vehement, empfinden die Massnahmen der Schule als unter- oder übertrieben. Auch wenn Schulen solche Herausforderungen mit viel Engagement und Umsicht bearbeiten, geraten sie nicht selten in die Kritik. Immer wieder wird die Kriseninterventionsgruppe zur Unterstützung beigezogen.
Die Kriseninterventionsgruppe hat ihre Erfahrungen der letzten Jahre in einer 4-seitigen Wegleitung zusammengefasst. Für Fragen und Unterstützung steht Ihnen die KIG unter 0848 0848 48 jederzeit zur Verfügung.

Wegleitung «Sexuelles Verhalten von Schülerinnen und Schülern»

Was versteht man unter Sexualpädagogik?

Unter dem Begriff «Sexualpädagogik» wird heutzutage weit mehr als die biologische Aufklärung verstanden. Sexualpädagogisch arbeiten gehört zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung und heisst, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität altersgerecht, einfühlsam und kompetent zu begleiten und zu unterstützen. Zielsetzung ist dabei, dass sie ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, selbstbestimmt, lustvoll und sinnlich entfalten und leben können ( Quelle: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St.Gallen).

Sexualpädagogik: Teil von Prävention in der Volksschule

Das Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule» definiert Prävention als kollektiven Auftrag von Lehrpersonen, Schulhausteam und Schulleitung. Es stellt die Grundsätze für die Präventionsarbeit im Schulkontext als Querschnittsaufgabe vor, beschreibt Unterstützungsmöglichkeiten und enthält spezifische Informationen zu ausgewählten Präventionsthemen, so auch zu Sexualpädagogik.
Das Kreisschreiben ist seit 1. März 2019 in Vollzug und ersetzt die bisherigen Kreisschreiben zu Suchtprävention in der Volksschule, zur Sexualpädagogik und zur Gewaltprävention.

Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule»

Sexualpädagogisches Konzept für Kita und Schule

Sexualerziehung in der Kita und Schule soll die Integrität der Kinder respektieren und schützen. Das stellt Anforderungen an die Erziehungspersonen, das Team und die Institution. Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen  unterstützt Leitungspersonen und Mitarbeitende aus den Bereichen Kita, schulergänzende Betreuung oder Schulen im Prozess, ein auf ihre Institution passendes sexualpädagogisches Konzept zu entwickeln. Dieses definiert die professionelle Haltung im Umgang mit kindlicher Sexualität (Prävention) und das Vorgehen bei (Verdacht auf) Übergriffen durch Kinder und Erwachsene (Intervention).

Sexualpädagogik aufgegriffen im Lehrplan Volksschule SG

Lehrplan 21: Kompetenzbereich NMG.1: Identität, Körper, Gesundheit – sich kennen und sich Sorge tragen

Sexualpädagogik wird als integrierender Teil der Gesamterziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtet. Die Hauptverantwortung für die Sexualerziehung liegt bei den Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten der Kinder und Jugendlichen. Die Schule soll die Eltern bei dieser Aufgabe im Rahmen des Sexualkundeunterrichts alters- und stufengerecht unterstützen. Sexualkundliche Inhalte sind seit vielen Jahren Gegenstand des kantonalen Volksschullehrplanes. Mit Einführung des Lehrplans Volksschule St.Gallen werden Themen wie «Geschlechtsorgane, Zeugung, Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt» im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) beispielsweise während des 2. Zyklus im Unterricht bearbeitet (Leporello «Auf einen Blick», Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft). Die Lehrpersonen behandeln die sensiblen Inhalte mit der nötigen Sorgfalt.

«Familienformen kurz erklärt»

In der Schweiz entsprechen rund 80 Prozent der Familien einem traditionellen Modell - Vater, Mutter, biologische Kinder. Doch immer mehr Menschen leben in einer alternative Lebensgemeinschaft, beispielsweise eine Patchwork- oder Ein-Eltern-Familie. Was steckt hinter diesen Begriffen? Fünf kurze Animationsfilme, entstanden aus einer Zusammenarbeit zwischen SRF mySchool und der Zürcher Hochschule der Künste, klären auf.

Familienformen kurz erklärt

Diverse Angebote zur Prävention vor sexueller Gewalt

Medienkoffer zu Prävention vor sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Lehrpersonen sind wichtige Schlüsselpersonen für die Früherkennung von sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Mit dem Medienkoffer erhalten Lehrpersonen Grundlagen dazu, wie sie bei einem Verdacht vorgehen können. Die im Medienkoffer enthaltenen Unterrichtsmaterialien bieten konkrete Vorschläge, wie Lehrpersonen ihre Schülerinnen und Schüler stärken und informieren können.
Den Medienkoffer «Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen» gibt es in zwei Varianten: Für Kindergarten bis 3. Klasse und für die 4. bis 9. Klasse. Die Koffer wurden überarbeitet und aktualisiert und können kostenlos über das Kinderschutzzentrum 071 243 78 02, info.ksz[at]kispisg.ch ausgeliehen werden. Informationen finden Sie in diesem Dokument.

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Wanderausstellung: «Mein Körper gehört mir!»

Kinder der 2. bis 4. Primarschulklassen lernen in dieser Ausstellung in spielerischer Form, wie sie sich vor Gewalt schützen und wo sie Hilfe holen können. Informieren Sie sich anhand des Flyers, wie Sie das Ausstellungsprojekt in Ihrer Schule oder Region realisieren können. Für Auskünfte können Sie sich per Mail bei uns melden: info.wp[at]kszsg.ch. Den Flyer finden Sie hier.

Wanderausstellung: «Ich säg was lauft!»

Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen und sexuelle Gewalt unter Jugendlichen sind gemäss Befragungen weit verbreitet. Zu diesem Thema entwickelte das Regional didaktische Zentrum Rapperswil-Jona, das Kinderschutzzentrum und das Amt für Soziales die interaktive Wanderausstellung "ich säg was lauft!". Sie unterstützt Jugendliche, sich sowohl in Beziehungen als auch bei Trennungen achtsam zu verhalten.
Die Wanderausstellung "Ich säg was lauft!" zur Prävention von sexueller Gewalt erlaubt es, die Themen Freundschaften, Liebe und Sexualität unter Jugendlichen ungehemmter anzugehen. Die Jugendlichen werden durch Fachpersonen begleitet, so dass es für die Schülerinnen und Schüler einfacher ist, sich offen über sensible Themen rund um Freundschaft, Liebe, Sex und Gewalt zu unterhalten. Zur Wanderausstellung gehören, neben dem Besuch der Jugendlichen in der Ausstellung eine Weiterbildung für die Lehrpersonen und ein Elternabend. Die Wanderausstellung kann von Schulen oder Jugendgruppen beim Kinderschutzzentrum St.Gallen für den eigenen Schulträger gebucht werden. Den Flyer finden Sie hier. Für weitere Auskünfte steht das Kinderschutzzentrum St.Gallen zur Verfügung: info.wp[at]kszsg.ch

Suchen Sie eine externe Lehrperson für den Sexualunterricht in Ihrer Klasse?

Folgende Beratungsstellen vermitteln Fachpersonen (Sexualpädagoginnen und Sexualpädagogen) für den Sexualunterricht in den Schulen:

Islam, Gender und Sexualität – Perspektive und Blickwechsel

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) hat ein Heft mit dem Titel "Islam, Gender und Sexualität - Perspektiven und Blickwechsel" veröffentlicht. Darin wird ein Überblick über Geschlechterrollen, Sexualität und Sexualerziehung gegeben (Schneuwly Purdie et al., 2018). Im Zentrum dieser drei Themen steht der Körper, welcher ein privilegiertes Medium ist, mit welchem Einzelpersonen und Gruppen ihre persönlichen bzw. kollektiven Identitäten zum Ausdruck bringen. Das Heft liefert einen lesenswerten Beitrag zur geschlechtsspezifischen Sozialisierung, zu den Gefahren, welche die Informationssuche zu Sexualität im Internet birgt, zur Bedeutung der Sexualität im Islam und zu den unterschiedlichen Perspektiven auf die Sexualerziehung und sexuelle Gesundheit mit Berücksichtigung der nationalen Lehrpläne. Das Heft schliesst mit vier Empfehlungen zum Umgang mit den obengenannten Themen (Schneuwly Purdie et al., 2018).

Das Heft ist hier zu finden.

Quelle: Schneuwly Purdie, Mallory; Schmid, Hansjörg & Lang, Andrea (2018): Islam, Gender und Sexualität. Perspektiven und Blickwechsel. Freiburg: Schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG).