Suchtmittelkonsum und Schule

Suchtmittel üben auf Jugendliche einen Reiz aus und werden mitunter zur Entspannung missbraucht. Die Schule als zentraler Ort für Kinder und Jugendliche leistet einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention, Früherkennung - Frühintervention.

Heft als PDF öffnen

Hat Ihre Schule ein Suchtpräventionskonzept?

Ein wirkungsvolles Suchtpräventionskonzept definiert Regeln im Umgang mit Suchtmitteln an der Schule und an Schulanlässen und dokumentiert, wie das Thema in den Unterricht einfliessen kann. Es beschreibt Vorgehen und Verantwortlichkeiten zur Früherkennung und Frühintervention bei Verhaltensauffälligkeiten von Schülerinnen und Schülern. Weiter definiert es die Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, mit Fachpersonen der Schule und im nahen Umfeld der Schule sowie externen Fach- und Beratungsstellen und Behörden. 

Das Kapitel 3 (S.19ff) im Themenheft «Suchtmittelkonsum und Schule» beschreibt die Inhalte eines Gesamtkonzeptes Prävention. 

Die Zusammenstellung «Wirkung dank Gesamtkonzept» stellt die vier Bausteine eines Suchtpräventionskonzeptes für die Schule vor und listet Angebote und Hilfsmittel auf.

Früherkennung und Frühintervention – Arbeitshilfen von ZEPRA

STEP by STEP - ein bewährtes Früherkennungsprogramm - beschreibt, wie eine Schule mit Krisen und schwierigen Situationen umgehen kann. Das Programm vermittelt Schulleitungen und Lehrpersonen Orientierung im Umgang mit Krisen, mit schwierigen Situationen, mit Verhaltensauffälligkeiten und Problemverhalten. Wenn nämlich vordefiniert ist, wie im Falle von Suchtmittelkonsum vorgegangen wird, wer in Krisensituationen wofür zuständig ist, ist es möglich, die nötige Ruhe zu bewahren und gleichzeitig flexibel zu reagieren und gezielt Hilfe und Unterstützung zu leisten.

STEP by  STEP Handbuch

STEP by  STEP Leitfaden

Zahlen und Fakten

Sucht Schweiz liefert zentrale Kennzahlen im Suchtbereich und präsentiert sie in übersichtlichen Abbildungen und stellt so die aktuelle Situation sowie Entwicklungen in der Schweiz dar. Interessierte können sich rasch und leicht einen Überblick über neuste Konsumtrends verschaffen oder ein Thema vertieft recherchieren und finden fundierte Fakten und aktuelle Zahlen.

Bei der Studie «Health Behaviour in School-aged Children» (HBSC) werden alle vier Jahre 11- bis 15-jährige Schülerinnen und Schüler zu ihrer Gesundheit und zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Hauptziel dieser internationalen Studie ist es, Daten zu den Lebensumständen und Lebensstilen, insbesondere zum Gesundheitsverhalten, von Schülerinnen und Schülern zu erheben, die mit den Daten anderer teilnehmender Länder verglichen sowie über die Zeit verfolgt werden können.
Ergebnisse der Studie 2014

Freelance – wirksames Suchtpräventionsprogramm!

Freelance ist ein Suchtpräventionsprogramm für die Oberstufe mit flexibel einsetzbaren Unterrichtseinheiten zu den Themen Tabak, Alkohol, Cannabis und Digitale Medien . Sämtliche Unterrichtsmodule basieren auf aktuellen pädagogisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind kompetenzorientiert aufgebaut, was den Einsatz gemäss dem Lehrplan Volksschule begünstigt. Die Unterrichtseinheiten lassen sich fächerübergreifend umsetzen und eignen sich auch für Projekttage oder Projektwochen.

Jugendstrafverfahren – kurz erklärt

Jugendliche werden im Alter von 10 Jahren strafmündig und sind bis zur Volljährigkeit dem Jugendstrafgesetz unterstellt. Das Jugendstrafgesetz sieht vor, dass Jugendliche, die strafbare Handlungen begangen haben, mit geeigneten Massnahmen gelenkt werden und den Lebensweg ohne Delinquenz finden. Dabei können Lehrpersonen oder andere Fachpersonen beratend mitwirken und zur Findung von geeigneten Massnahmen beitragen. Beratende Fachpersonen unterstehen einer Schweigepflicht. Bussen oder ein Freiheitsentzug sind bei schweren Straftaten möglich. Strafeinträge aus Jugendsünden im  Bereich von Übertretungen, werden mit Erreichen der Volljährigkeit unsichtbar gemacht und tauchen in keinem Leumundsbericht auf.

mehr

Strafbare Handlungen, die Jugendliche begangen haben, werden meist durch die Polizei festgestellt oder dort angezeigt. Die Polizei nimmt erste Ermittlungen auf und spricht das weitere Vorgehen mit der Jugendanwaltschaft ab. Werden Jugendliche befragt, haben sie Recht auf eine Begleitung durch die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Die Jugendanwaltschaft verfügt Zwangsmassnahmen wie Festnahme, Hausdurchsuchung oder Beschlagnahmung.

Jugendliche Opfer haben je nach der Schwere der Straftat, die gegen sie verübt wurde, Recht auf Opferhilfe und geeignete Begleitung. Dies können Eltern oder Fachpersonen sein.

Kreisschreiben zur Prävention in der Volksschule

Das Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule» definiert Prävention als kollektiven Auftrag von Lehrpersonen, Schulhausteam und Schulleitung. Es stellt die Grundsätze für die Präventionsarbeit im Schulkontext als Querschnittsaufgabe vor, beschreibt Unterstützungsmöglichkeiten und enthält spezifische Informationen zu ausgewählten Präventionsthemen, so auch zu Suchtprävention.
Das Kreisschreiben tritt per 1. März 2019 in Vollzug und ersetzt die bisherigen Kreisschreiben zu Suchtprävention in der Volksschule, zur Sexualpädagogik und zur Gewaltprävention.
Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule»

Handlungsmöglichkeiten und Empfehlungen

Im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum und -handel in und im Umfeld der Schule sind Lehrpersonen und Schulleitung immer wieder unsicher. Dabei auftauchende Fragen werden hier aufgegriffen, Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und Empfehlungen abgegeben.
«Handlungsmöglichkeiten»

(Sucht)-Präventionskonzept Best Practice Schulen

Schulen sind aufgefordert, ein Präventionskonzept als kollektiven Auftrag von Lehrpersonen, Schulhausteam und Schulleitung zu erstellen und umzusetzen. Die St.Galler Volksschulen setzen sie um und passen sie immer wieder den sich verändernden Gegebenheiten an. Die Oberstufe Sonnenhof, Wil, die Oberstufe Uznach und die Schule St.Margrethen stehen für Good Practice Schulen, die je ein an ihre Schulsituation angepasstes Konzept umsetzen.
«Good Practice Schulen»

Schulhausdealer – harte Strafandrohung

Cannabis Joint
Quelle: Kapo SG 2016

Das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) sieht in Art. 19 Strafen bis zu drei Jahren für jene vor, die Betäubungsmittel anbauen, herstellen, handeln, lagern, versenden, befördern oder für jemanden beschaffen. Wer in unmittelbarer Nähe von Ausbildungsstätten von Jugendlichen oder in ihrer nahen Umgebung gewerbsmässig handelt, wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft.

Betäubungsmittelgesetz (BetmG)

Drogen - Nein Danke!

Informationen über Risiken und rechtliche Grundlagen zu Alkohol und anderen Drogen für Eltern und Erziehungsberechtigte aus polizeilicher Sicht finden sich in der Broschüre «Drogen - Nein Danke!», die von der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) herausgegeben wird.