Schule und Gewalt

«Schule und Gewalt» gibt einen Überblick über grundlegende Aspekte von Gewalt, beschreibt zehn Elemente einer Schulhauskultur, die der Gewalt vorbeugen, und stellt fünf Modelle zur Bewältigung von Aggression vor.

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Standortbestimmung Gewaltprävention

Drei Jahre nach Abschluss des Projekts Gewaltprävention im Januar 2015 hat die Arbeitsgruppe, welche sich aus Vertretungen des AVS und dem ZEPRA zusammensetzte und von Erziehungsrätin Ursula Gubser geleitet wurde, eine Standortbestimmung zum Projekt vorgenommen. Zur Gewinnung der Einschätzung wurde auf die Erfahrungen der Kooperationspartner, die am Projekt mitbeteiligt waren, und auf verschiedene Anspruchsgruppen mit direktem Einblick in die Schule zurückgegriffen.
In der vorgenommenen Standortbestimmung zeigte sich, dass aus der Praxis eine Verschiebung der Ausrichtung von der (isolierten) Gewaltprävention auf die ganzheitliche Prävention gewünscht wird und dass die bestehenden Produkte aus dem Projekt (Fachbroschüre «Gewaltprävention in der Schule», Literatur- und Lehrmittelliste, Planungsraster für Konzepte und Projekte, Leitfaden für Interventionen) zu wenig bekannt sind.

Dimensionen der Gewaltprävention

Massnahmen der Gewaltprävention können früher oder später einsetzen. Je nach Ausprägung eines beobachteten Verhaltens oder je nach Bewertung der Situation kann unterschiedlich gehandelt werden. Massnahmen lassen sich auch in verhaltensorientierte und strukturelle Massnahmen unterteilen. Schliesslich ist bei der Planung und Umsetzung auch auf die Zielgruppen zu achten.

Interventionsleitfaden: früh erkennen und früh intervenieren

Wenn Schülerinnen oder Schüler schulische, persönliche oder soziale Schwierigkeiten haben, wirkt sich das in der Regel auf das Verhalten in der Schule aus. Dabei steht nicht das Strafen im Zentrum, sondern die Unterstützung, damit sie ihre Probleme bewältigen und die Krisensituation meistern können. Verhaltensauffälligkeiten sind als Symptome, als (nonverbale) Hilfeschreie zu verstehen. Ein Interventionsmodell, das die Schritte im Rahmen von Früherkennung und Frühintervention in der Schule beschreibt und festhält, unterstützt alle Beteiligten (Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulsozialarbeitende, Schulbehörden) dabei, zielgerichtet und konsequent die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und zu begleiten, damit sie ihre Schwierigkeiten bewältigen können. Dabei sind die Gegebenheit vor Ort zu berücksichtigen und das Interventionsmodell dahingehend anzupassen.

Fort- und Weiterbildungen in Gewaltprävention

Verschiedene Fachstellen und Institutionen im Kanton St.Gallen bieten Fort- und Weiterbildungen an, die den verschiedenen Dimensionen der Gewaltprävention zugeordnet sind. Gesuche für eine finanzielle Beteiligung können bei der Weiterbildung Schule eingereicht werden

Literatur und Lehrmittel

Fachpersonen der Schule finden in der Literatur- und Lehrmittelliste fachliche Grundlagen und Anregungen für Aktivitäten im Bereich der Gewaltprävention in der Schule sowie Hinweise zu Materialien für den Unterricht. Diese sollen die Umsetzung des Gewaltpräventionsauftrags unterstützen und erleichtern. Das Verzeichnis ist nach einem allgemeinen Grundlagenteil auf die vier Handlungsfelder der Gewaltprävention abgestimmt.

  • Soziale Schulqualität / Beziehungsgestaltung
  • Prosoziales Verhalten / Selbstkompetenz
  • Konstruktive Konfliktlösung
  • Früherkennung / Frühintervention

Gewaltprävention in der Schule

 Gewaltprävention in der Schule in der Volksschule des Kantons St.Gallen verfolgt zwei Ziele. Kinder und Jugendliche sollen dank sorgfältiger Beziehungsgestaltung und dem Lernen von respektvollem Verhalten positive Bindungen an die Schule erfahren. Lehrpersonen und Schulleitungen sollen im Bereich Beziehungsgestaltung ihre Kompetenzen stärken.

Gewaltprävention findet weitgehend im Unterrichtsalltag statt. Die Broschüre «Gewaltprävention in der Schule» will allen Beteiligten einen fachlichen Hintergrund vermitteln, konstruktive Haltungen aufzeigen, Rollen und Aufgaben der Akteure aufzeigen und Anregungen für die Umsetzung vermitteln.

Planungsraster für Konzepte und Projekte

Der Planungsrater unterstützt Schulleitungen und Projekt- oder Themenverantwortliche sowie entsprechende Arbeitsgruppen in ihrer Arbeit, Projekte zur Gewaltprävention systematisch zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.

Kreisschreiben zur Prävention in der Volksschule

Das Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule» definiert Prävention als kollektiven Auftrag von Lehrpersonen, Schulhausteam und Schulleitung. Es stellt die Grundsätze für die Präventionsarbeit als Querschnittsaufgabe im Schulkontext vor, beschreibt Unterstützungsmöglichkeiten und enthält spezifische Informationen zu ausgewählten Präventionsthemen, so auch zu Gewaltprävention.
Das Kreisschreiben tritt per 1. März 2019 in Vollzug und ersetzt die bisherigen Kreisschreiben zu Suchtprävention in der Volksschule, zur Sexualpädagogik und zur Gewaltprävention.
Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule»